Fragen des Sports zur Landratswahl

2026 06 19 Landratswahl fbDer organisierte Sport ist mit rund 29.000 Mitgliedern in 259 Vereinen unter dem Dach des KreisSportBundes die größte zivilgesellschaftliche Kraft im Saalekreis. Er fungiert als unverzichtbarer Motor für Gesundheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildung sowie die persönliche Entwicklung von Menschen jeden Alters.

Gleichzeitig steht die Vereinslandschaft vor tiefgreifenden Herausforderungen, die ohne verlässliche politische Rahmenbedingungen kaum zu bewältigen sind. Der rapide demografische Wandel veranlasst Vereine dazu, den Seniorensport massiv auszubauen und parallel flexiblere Angebote für jüngere Generationen zu entwickeln. Gleichzeitig erfordert der Lebensstil der modernen Gesellschaft neue, niedrigschwellige Einstiegsangebote, um Zivilisationskrankheiten aktiv zu bekämpfen. Der Sport wird damit zum zentralen Akteur im Gesundheitssystem.

Diese wachsenden Aufgaben treffen jedoch auf einen akuten Mangel an Ehrenamtlichen. Höhere bürokratische Anforderungen und allgemeiner Zeitmangel schrecken potenzielle Trainer, Betreuer und Vorstände ab, sodass das tragende Fundament der Vereinsarbeit wegzubrechen droht.

Vor diesem Hintergrund haben wir die beiden Kandidaten zur Landratsstichwahl – Uwe Arendt (AfD) und Sven Czekalla (CDU) – um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten. Herr Arendt hat auf unsere Fragen nicht reagiert.

Wie schätzen Sie die derzeitige und zukünftige Rolle des organisierten Sports im Saalekreis ein?

Uwe Arendt: keine Antwort

Sven Czekalla: Die Mitgliederzahlen des KreisSportBundes zeigen eindrucksvoll, welche wichtige Rolle der organisierte Sport im Saalekreis bereits heute spielt. Sport fördert den gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt, vermittelt Werte wie Fairness, Teamgeist und Verantwortung und bietet Menschen aller Generationen sinnvolle Freizeit- und Bewegungsangebote.
Ich bin überzeugt, dass die Bedeutung des Sports in Zukunft weiter zunehmen wird. Insbesondere im Bereich der Gesundheitsvorsorge, der Integration sowie bei der Bekämpfung von Bewegungsmangel und Zivilisationskrankheiten wird der organisierte Sport eine immer wichtigere Aufgabe übernehmen.

Welche konkreten Konzepte haben Sie, um die Sportförderung im Landkreis zu sichern oder auszubauen?

Uwe Arendt: keine Antwort

Sven Czekalla: Der Landrat kann und sollte ein aktiver Partner des Sports sein. Dazu gehört, Fördermöglichkeiten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene besser nutzbar zu machen, Ansprechpartner zusammenzubringen, Türen zu öffnen und die Vereine bei ihren Anliegen zu unterstützen.
Ein wichtiger Schritt ist die bereits geplante Einrichtung eines Kultur- und Sportamtes innerhalb der Kreisverwaltung. Dadurch erhält der Sport einen festen organisatorischen Ansprechpartner und die Sportförderung wird innerhalb der Verwaltung weiter gestärkt.

Wie wollen Sie den Erhalt, die Modernisierung und den Ausbau der Sportinfrastruktur vorantreiben?

Uwe Arendt: keine Antwort

Sven Czekalla: Für den Erhalt und die Entwicklung von Sportstätten tragen in erster Linie die jeweiligen Träger Verantwortung. Der Landkreis kann hierbei unterstützend wirken und seine eigenen Sportanlagen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten in einem guten und zeitgemäßen Zustand erhalten.
Darüber hinaus sehe ich die Aufgabe des Landkreises darin, Förderprogramme frühzeitig zu identifizieren, Antragsteller zu unterstützen und gemeinsam mit den Städten und Gemeinden sowie Vereinen Lösungen für notwendige Investitionen zu entwickeln.

Wie ist Ihre Haltung zu einer immer wieder diskutierten Betriebskostenbeteiligung bei der Nutzung kreiseigener Sportstätten?

Uwe Arendt: keine Antwort

Sven Czekalla: Diese Frage ist differenziert zu betrachten. Grundsätzlich sollte die Nutzung von Sportstätten für Vereine weiterhin attraktiv und bezahlbar bleiben. Gleichzeitig entstehen den Trägern erhebliche Betriebs- und Unterhaltungskosten.
Eine angemessene und maßvolle Betriebskostenbeteiligung kann daher im Einzelfall überlegenswert sein. Entscheidungen sollten jedoch stets mit Augenmaß, unter Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten sowie der finanziellen Leistungsfähigkeit der Vereine getroffen werden.

Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um das Engagement in den 259 Sportvereinen des KreisSportBundes zu unterstützen und zu fördern?

Uwe Arendt: keine Antwort

Sven Czekalla: Eine zentrale Voraussetzung für die Unterstützung des Sports ist eine stabile Finanzlage des Landkreises. Nur so können Fördermittel langfristig abgesichert und ausgebaut werden.
Die CDU/FDP-Fraktion im Kreistag Saalekreis hat bereits am 05.11.2025 die Erhöhung des Zuschusses für den KreisSportBund von 100.000 Euro auf 125.000 Euro initiiert. Der Kreistag hat dieser Erhöhung am 10.12.2025 zugestimmt. Dies zeigt, dass wir den Sport nicht nur wertschätzen, sondern auch konkret unterstützen.
Darüber hinaus möchte ich die Vereine durch weniger Bürokratie, kurze Wege in der Verwaltung und einen regelmäßigen Austausch mit dem KreisSportBund und den Vereinen vor Ort stärken. Ehrenamtliches Engagement verdient Anerkennung, Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen.

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